Bericht zur Jugendwoche 2009
Nachdem am Montag gegen 10 Uhr alle Teilnehmer eingetrudelt und durch den ‚Papa’ der Vereinsjugend Theo Güldenring begrüßt waren, wurden die Nachwuchssegler in ihre Gruppen und auf ihre Boote verteilt. Die Optis folgten Andreas und Anett zu ihren Booten während sich die Jollensegler mit Olli und mir daran machten die Laser, 420er, 470er und einen Hobie Cat 16 klar zu machen. Nach dem Mittagessen ging es dann endlich aufs Wasser, wo sich durch freies Einsegeln auch die ‚Urlaubssegler’ unter den Teilnehmern wieder an den Umgang mit Pinne und Schot gewöhnen konnten. Im Anschluss daran sammelten die Jollensegler trotz fehlenden Windes ihre ersten Punkte um die mit Sicherheit am härtesten umkämpfte Trophäe Zülpichs:
die Fretchentrophy.
Zwei Teams, zwei Surfbretter und zwei Surfmasten. Nun ging es im Staffellauf darum, möglichst schnell auf dem Surfbrett stehend, den Mast in beiden Händen, vom Strand aus um eine etwa 20m entfernte Boje und zurück zu paddeln. Motorik wird dabei ganz groß geschrieben.


Als sich am Dienstag nach ausgiebigem Frühstück alle wieder in die Boote machten, hatte das Betreuerteam der Optis, inzwischen verstärkt durch Lilo, schon wieder Ideen ausgearbeitet, die wilde Meute bei Laune zu halten, da der Wind auch heute wieder zu wünschen übrig ließ. Nun ging es nicht nur darum, auf dem Wasser treibende Luftballons einzusammeln, auf denen Rechenaufgaben standen die zu lösen waren, sondern sich im Anschluss im Staffellauf auf der unteren Liegewiese zu beweisen.


Zum guten Schluss gab die Energie der Optis ohne weiteres noch ein Wettpaddeln auf Surfbrettern her ( durch diesen Elan der Jungsegler befügelt, muss vor einiger Zeit auch der Klassenname ‚Optimist’ hergeleitet worden sein).
Die Jollensegler verbrachten diesen windarmen Tag bis zum Mittagessen teils mit freiem Segeln, teils mit Reparaturen an sämtlichen Booten, da auf eine Segelstunde gefühlte fünf Reparaturstunden folgen.
Am Nachmittag wurden dann einige Trainingsstarts gefahren und alles in der Theorie nochmals durchgesprochen. Olli konnte sich in der Zwischenzeit etwas erholen…


Die letzten Stunden des Tages wurden man Lagerfeuer verbracht, wobei sich dann der ein oder andere Betreuer das über den Tag verdiente Kaltgetränk gönnte.
Schon am Morgen des dritten Tages unserer Jugendwoche zeichnete sich ab, dass es die Götter heute besser mit uns meinten: es wehten böige 3 bis 4 Bft über den See, was allerdings auch einigen unserer Schützlinge kleine Probleme bereitete. Kurz gesagt: die Masten zeigten teilweise öfter in Richtung Grund als gen Himmel.
Nicht desto trotz wagte sich Andreas als stolzer Kapitän unseres neuen Motorbootes (ca. 1,20m lang, 1m breit, 2PS) auf den See um Anett bei diversen Rettungsaktionen zu unterstützen.


Nachdem die Optis dann wegen zunehmenden Windes an den Strand geschickt waren, verschafften sich Anett und Andreas einen Überblick: ein gebrochenes Schwert, eine gebrochene Mastbank, ein ausgerissenes Segel …
Den Jollen ging es ähnlich, was zu ständigen Aufrichtübungen, insbesondere des Hobie Cat mit der Crew Helena Schulte und Lutz van Meenen, führte.


Allerdings konnten die ‚Großen’ ihr Training fortsetzen und wenigstens an diesem Tag einmal weniger zerstörte Ausrüstung verbuchen als die Optiflotte.
Auch heute freuten sich sämtliche Segler wieder auf das Abendessen, vor allem nach einer der härtesten Wasserschlachten die je auf dem RSCZ-Grund ausgefochten wurden, und der auch Gabi, Wilfried und Theo zum Opfer fielen, die nach wenigen Minuten tropfend und lachend wieder am Strand standen.


So flog auch der Mittwoch wieder viel zu schnell an uns vorüber und endete, wer hätte es gedacht, mit dem üblichen Strand-Getränk und müden Kindern am Lagerfeuer.
Der Donnerstag begann wie fast jeder andere Tag der Jugendwoche, mit Ausnahme der aufgeregten A-Optis, die für den Vormittag auf den Jollen verteilt wurden dort erste Eindrücke auf etwas größeren Booten sammeln konnten. Hier halfen sie deren Besatzungen beim Sammeln wichtiger „Fretchen-Trophy-Punkte“ durch das Jagen nach Luftballons, die von Olli und mir quer über den See verteilt wurden. Gleichzeitig vermittelte Andreas den B-Optis die Theorie des Segelns ( muss leider auch sein).
Am Nachmittag packten die Jollen wegen nahezu Flaute und Regen zusammen und beschäftigten sich mit Gesellschaftsspielen an Land und dem Hoffen auf besseres Wetter, da das ein Grund dafür hätte sein können die Nachtwanderung durch die unerforschten Waldgebiete um den Zülpicher See ins ‚Wasser fallen’ zu lassen.
Die abgehärteten Optimisten hingegen ließen sich vom Wetter nicht unterkriegen und segelten trotzdem noch zwei Regattaläufe.


Am Abend konnte die Nachtwanderung dann doch noch stattfinden. Nach kurzer Fahrt mit dem Motorboot über den See, vorbei an einem Geisterschiff, mussten sich die Wanderer dann noch durch den Wald voller Gespenster, Monster und namenloser Kreaturen zurück zum Clubheim kämpfen, wo sie für ihre Strapazen reichlich belohnt wurden. Nach gemütlichem Zusammensitzen, Berichten über das erlebte, ein paar Süßigkeiten und wenigen Stunden Schlaf war auch schon Freitag gekommen.
An unserem letzten Tag am See wurden bis zum Mittagessen in allen Klassen noch die letzten zur Wertung nötigen Läufe gesegelt, was in Optikreisen zu einer Meuterei führte, die aber ins Leere lief.
Letztendlich führte der Regattalauf sogar zu einem Protest und einer daraufhin folgenden Protestverhandlung (die Optiseglerinnen und Optisegler - insbesondere die Seglerinnen des Regatta-Teams - haben Ehrgeiz).
Nachmittags wurden dann in Windeseile alle Boote abgebaut, die Ausrüstung verstaut und mit einer Plane, Spülmittel und Wasser die RSCZ-eigene Wasserrutsche eingeweiht. Während Kaffee und Kuchen versuchten sich dann sämtliche Eltern an der Sisyphusaufgabe, der Jugendhalle alle Kleidungsstücke ihrer Kinder zu entlocken. Nach Begutachtung der Überbleibsel gehe ich davon aus, dass diese Mission zu ca. 80% geglückt ist ( ihr werdet von Jahr zu Jahr besser ;-) ).


So ging die Jugendwoche für alle Beteiligten wieder viel zu schnell zu Ende.
Im Voraus wussten wir schon, dass die Jugendwoche unter Betreuermangel leiden würde. Es wäre schön, wenn sich etwas mehr Eltern in der Küche betätigen könnten, damit wir nicht immer so unter Druck stehen.
Es war schön einige der Altbetreuer (ich hoffe hier fühlt sich niemand auf die Füße getreten) wie Theo, Gabi Wilfried, Andreas, Anett, Olli, Lilo … wieder zur Seite zu haben, allerdings hat man das Fehlen von Max, Enno, Timm, Lukas schon in der Planung deutlich bemerkt. Um so schöner war es festzustellen, dass diese Unterbesetzung durch viele fleißige Sportassistenten kompensiert wurde: Marc Güldenring, Sebastian Goebels, Phillip Neuenhausen, Helena Schulte und Lutz van Meenen. Sie übernahmen erstmals viel Verantwortung und haben sich toll bewährt.
Wer sich als besonders tatkräftiger Helfer hervor tat, war Tim Güldenring (liegt definitiv an den Genen), der sich nie zu Schade war mit anzupacken, wo auch immer Not am Mann war.
Zu allen Teilnehmern bleibt nur zu sagen: Es hat einen Riesenspaß gemacht, und zwar nicht nur mit euch zu trainieren, sondern vor allem über die Woche Fortschritte an eurem Segeln und euer Interesse für den Sport und den Verein zu sehen.
Euer Interesse veranlasst jedes Jahr wieder aufs Neue, den Aufwand der Vor- und Nachbereitung und der Durchführung der Segelveranstaltungen auf uns zu nehmen, und euch als Betreuer zu begleitend.
Dank euch allen!
Zum Schluss geht noch ein Dank an den ‚Papa’ der Vereinsjugend Theo Güldenring, der die Jugendabteilung vor einigen Jahren als Jugendwart in seine Hände genommen hat und inzwischen als zweiter Vorsitzender amtiert. Ohne seinen Elan und seine ernorme Energie wäre keine der Jugendveranstaltungen möglich. Nicht selten kommt es vor, dass er nachts seinem Dienst nachgeht und tagsüber die Jugendveranstaltung koordiniert. Aber ein Kaffee, und alles kein Problem, was Theo? ;-)
Das war’s auch schon mit dem Highlight der Saison 2009. Haltet die Ohren steif und lasst euch auch in Zukunft wieder bei uns blicken.
Mast- und Schotbruch,
euer Patrick


