KölnCup - Micro goes Ijsselmeer 9./10. Sept.

Mal wieder was neues Wagen.
Zwei Microsegler aus dem RSCZ haben über den Tellerrand geblickt.
Hartmut Bachstädter und Frank Störck nahmen am KölnCup teil.
Micro goes Ijsselmeer – 9.-10.Sept. 2011 von Hartmut Bachstädter - GER 11
Es war immer der Traum unseres Bootchens: mal auf''s große Meer hinaus.
Und da lag die Einladung zum Köln-Cup , eine Regatta für Yachten auf dem Ijsselmeer – das sollte es sein! Also, Bootchen auf den Hänger und ab nach Enkhausen.
Nun ist das Ijsselmeer nicht gerade wegen seiner Größe berüchtigt – eher wegen seiner geringen Tiefe und der sich dadurch steil aufbauenden Wellen ab 5 Bft. Und da unser Micro eine hohe Affinität zum Wasser(n) gezeigt hatte (Zülpich Regatta zB), waren wir zu dritt gut besetzt. Und wir waren nicht allein: Frank Störck brachte seinen neuen Sailart MicroCupper (18R) an den Start – der RSCZ war also doppelt mit den kleinsten Booten des Feldes vertreten.
Der Wind hatte wohl Mitleid mit uns, wie sonst ist zu erklären, dass wir bis Donnertag stürmisches Wetter hatten und sich das sofort nach der Regatta mit Unwettersturm fortsetzte. Freitag und Samstag waren nur 4-5Bft anwesend. Aber viele Meldungen traten wegen Unerreichbarkeit des Austragungsortes gar nicht erst an.
Die Regatta begann dann Freitagmittag bei düsterem Wetter, gestartet in drei Klassen, so dass die dicken Renner – Container & Co. - immer ihren eigenen Lauf hatten.
Kleinbootsegeln ist klasse – alles erlebt man sehr direkt – jede Welle muss ausgesteuert werden – nur hat die Kleinheit den Nachteil, dass das Boot, hart an der Kreuz, zu oft in der Welle stecken bleibt. Da haben andere schlanke und große Schiffe ein einfacheres Leben.
Aber der Spaß mit den Kleinen ist am größten – die Welle fordert Aktionen am laufenden Band.
Und wenn auf raumen Kursen im Rutschen plötzlich ein 36-Fusser der Gegner im Kampf um jeden Meter wird, ist die Stimmung super.
Der Freitag sah 2 Kurzstreckenrennen und alles beeilte sich ins Ziel zu kommen – wohl nicht nur wegen des Freibieres am Abend. Aber dies unterstützte eine lockere Atmosphäre unter all den Seglern. Und den milden Abend in Enkhausen zu beschreiben käme einer Liebeserklärung gleich – diese Stadt ist einer der reizensten Orte nördlicher Küsten. Und ein letzter Absacker am "offenen Kamin" (wie war das nochmals mit dem Sommer?) im Companieshaven krönte den Tag.
Der Samstag sah ein Kurz- und anschliessend ein 15sm-Langstreckenrennen vor. Mangels Motor kamen wir zum ersten Start zu spät! Da hatten wir unseren Streicher.
Zum Langstreckenlauf trat auch der kräftige Wind wieder an – die Kreuz gegen die Welle (man wünscht sich Maulwurf zu sein) aber dann die langen Schläge durch die unruhigen Seen – einfach berauschend!
Alles in Allem: wir haben beachtete Platzierungen erreicht, haben zeigen können, dass klein nicht hinten bedeutet – nur auf die Frage während der Siegerehrung, warum man denn auf solch einem kleinen Boot so eng zu dritt sitzt, wusste ich nicht recht zu reagieren.
Ein Bft weniger, und wir werden beim nächsten Mal die passende Antwort geben!
Ein tolles Ereignis – ich hoffe, im nächsten Jahr machen noch mehr RSCZler mit.
Und – es geht auch mit Charterschiffen!